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HÄUFIGE SCHÄDEN
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Im Folgenden wird eine Auswahl von Schäden beschrieben.
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Oxidation des Bildträgers
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Durch diesen chemischen
Vorgang nimmt die Elastizität des Bildträgers ab und dieser wird
brüchig.
Auch Metallkorrosion fördert diesen
Prozess (rostende Nägel der Bespannung).
Eingebrachte, trocknende Öle
bewirken denselben Prozess (frühere "Nährung" des Gewebes
mit diesen Ölen).
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Mikroorganismen
Die Cellulose wird durch
Bakterien und Schimmelpilze geschwächt, die Reißfestigkeit nimmt ab.
Der Bildträger wird ebenso brüchig.
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Umwelteinflüsse
Die Cellulose wird auch durch
in der Atmosphäre befindliche Säuren angegriffen (Schwefeldioxid).
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Deformationen
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Durch unzureichende
Spannungszustände können stärkere Deformationen entstehen (z.B.
Brechen der Eckverbindungen – Holzwurmbefall, schlechtes Auskeilen und
Fehlen einzelner Keile, Fehlen von Spannnägeln, zersetztes Gewebe durch
Oxidation rund um die rostenden Spannnägel) und Stöße von vorne und hinten auf
den Bildträger.
Weiters können dickere
Farbaufträge zu partiellen Verwölbungen führen (z.B. dickere
Bleiweißuntermalungen).
Bei größeren Formaten:
Durchhängen durch das große Gewicht des Bildträgers.
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Schrumpfung des Trägergewebes
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Durch unzureichende
Spannungszustände kann es durch Feuchtigkeitseinwirkung zum Zusammenziehen des Gewebes kommen.
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Risse, Löcher
a. Entstehen durch unachtsame Behandlung des
Bildes bei Transporten, beim Umhängen, Abstauben, usw.
b. Durch Brüchigwerden des Materials.
c. Durch zum Teil von Holzwürmern
angefressenen Fäden
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Versagen des Bindemittels
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Die Bindekraft des Bindemittels
lässt nach, die Grundierung verliert ihren inneren Zusammenhalt und es
kommt infolge dieses Vorganges zum Wegbrechen darüber liegender
Schichten.
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Trennung zwischen Bildträger und
Grundierung, Trennung zwischen Grundierungsschichten
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Auch die Haftkraft zwischen den
einzelnen Materialzonen und Schichten kann nachlassen, etwa durch
unterschiedliche Ausdehnungskoeffizienten (Temperatur, Luftfeuchtigkeit)
oder durch andere mechanische Einflüsse (Stöße).
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Maltechnisch bedingte
Veränderungen
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a. Runzeln
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Farbschichten mit hohem Ölanteil
und geringem Pigmentanteil können runzeln. Beim Abbindevorgang entsteht
zunächst an der Oberfläche eine elastische Haut, unter der längere Zeit
eine weichere Schicht verbleibt. Dieser weichere Kern erhärtet langsam
und verringert dabei sein Volumen, wodurch die obere, bereits weiter
abgebundene Haut runzelt.
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b. Gilben
Bei Ölbildern sind 2 Arten des
Gilbens zu unterscheiden: Primäres und Sekundäres Gilben
Primäres Gilben
Primäres Gilben ist
abhängig vom verwendeten Öl, der relativen Luftfeuchtigkeit, der
das Objekt ausgesetzt ist und dem Anteil des verwendeten Öles in
der Farbschicht. Frisch gemalte, im Finsteren aufbewahrte Bilder
können daher gilben, wobei diese frischen Vergilbungen in der Regel
reversibel sind, indem man diese Bilder wieder an hellen Orten
aufbewahrt.
Sekundäres Gilben
Sekundäres Gilben ist
irreversibel und steht mit der Alterung des Bindemittels in
Zusammenhang. Ölfarbschichten verändern mit dem Alter ihre
Farbtöne, in manchen Fällen verändert sich die Farbe völlig:
Weiß wird zu Gelb, Blau zu Grün, Grün zu Braun.
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c. Verlust der Deckkraft
Ölfarbe verliert beim Abbinden
etwas an Deckkraft. Der Grund liegt in
-- der Veränderung des
Brechungsindex des verwendeten Bindemittels:
je
weiter die Brechungsindizes von Pigment und Bindemittel auseinander
liegen, desto höher die Deckkraft. Bei Leinölbeispielsweise erhöht sich
der Brechungsindex beim "Trocknen", wodurch sich dieser Index
z.B. dem Index von Bleiweiß nähert. Damit ist die Differenz der
Brechungsindizes geringer, folglich auch die Deckkraft dieser Farbschicht.
-- einer chemischen Reaktion
bleihältiger Pigmente mit Ölen:
Öl und Pigment bilden fettsaure
Salze, es findet chemisch gesehen eine sogenannte
"Bleiverseifung" statt, die einen Pigmentschwund verursacht, der
sich wiederum auf die Deckkraft auswirkt.
Die Folge der Verminderung der
Deckkraft kann das "Durchwachsen" des "Darunterbefindlichen"
sein, sei es das "Durchwachsen" der Grundierung, der
Unterzeichnung, einer Farbschicht oder einer Veränderung beim Malvorgang
selbst, einem sogenannten "Pentiment".
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d. Ausbleichen
Vor allem
natürliche Farbstoffe neigen zum Ausbleichen, am häufigsten ist
dies bei roten, blauen und gelben Naturfarbstoffen zu beobachten (z.B.
Krapplack).
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e. Verbräunen
Teilweise waren heute braune
Farbflächen ursprünglich grün, z.B. Verbräunung von Kupferresinat
(blaugrünlicher Farbwert)
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f. Rutschen
Es kommt nur zu einem scheinbaren
Abbinden des Bindemittels, sodass darüber befindliche Schichten keinen
ausreichenden Halt haben. Beispielsweise unter Sonnenbestrahlung können
Bindemittel erweichen, wie z.B. Mohnöl oder Kopaivabalsam.
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Krakelees
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a. Frühschwundrisse
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Sie sind maltechnischen Ursprungs und
treten während des "Trocknungsprozesses" auf. Meist wird auf eine
noch nicht genügend "durchgetrocknete" Farbschicht
eine weitere gesetzt, die dann in der Folge die darunter liegende beim "Trocknungsprozeß"
zerreißt.
Weitere Zerreißgefahr besteht
auf sehr glatten Flächen, auf die eine Farbschicht gesetzt wird (sowohl
Grundierung als auch Farbschichten).
Großen Einfluss auf das
Zerreißen haben die Pigmentgröße, die Menge des Bindemittels in Bezug
auf das Pigment und das verwendete Bindemittel. Bei gröberen
Pigmentkörnern ist die Gefahr der Rissbildung deutlich reduziert. Bei
dickerem Farbauftrag ist die Reißgefahr ebenso erhöht wie bei der
Verwendung von Mohn- und Walnussöl.
Weiters ist es erwähnenswert, das
Frühschwundrisse nicht nur "passiert" sind, sondern dass im
19. Jh. vereinzelt diese Rissform bewusst als künstliche Alterung
eingesetzt wurde.
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b. Alterskraklee
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Sie werden durch äußere,
mechanische Kräfte verursacht und entstehen in der bereits
"getrockneten", durchoxidierten, polimerisierten und unelastisch
gewordenen Bildschicht. Charakteristikum gegenüber den Frühschwundrissen
ist, dass sie sich von der Oberfläche durch alle Bildschichten hindurch bis
auf den Bildträger fortsetzen.
Die Bildschichten sind ständigen
Belastungen ausgesetzt. Hauptursache ist vor allem die relative
Luftfeuchtigkeit, die einzelne Stoffe quellen oder schrumpfen lassen kann. Das
bedeutet, dass die Bildschichten entweder Zugkräften oder Druckkräften
ausgeliefert sind. Wann sich ein Krakleefeld ausbildet, hängt somit davon ab,
wie lange die Bildschichten diese Prozesse mitmachen können. Mit der Zeit
werden die Schichten jedoch spröder, die Elastizität nimmt ab und letztlich
brechen die Schichten.
Regelmäßige Krakleefelder gehen
hauptsächlich von der Grundierung aus, partielle meist vom örtlichen
Malschichtaufbau. Generell ist aber zu sagen, dass die Ausbildung von Kraklees
mannigfachen Einflüssen unterliegt.
Aber auch durch andere
mechanische Einflüsse können einst diese Risse entstehen.
Beispielsweise durch zu starkes Auskeilen oder Stöße auf den
Bildträger oder die Malschichten. Häufige Sprungstellen befinden sich
auch an den Grenzzonen vom durch den Spannrahmen abgedeckten Teil zum
nicht abgedeckten Teil. Grund hiefür ist die unterschiedliche Quell-
und Schrumpfreaktion der Bildschichten infolge des Abgedeckt-Seins durch
das Spannrahmenholz im Gegensatz zum nicht abgedeckten Teil. Hier kommt
es vermehrt zu Spannungszuständen.
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Vergrauungen (Krepierungen)
Entweder bilden sich im
Bindemittel oder aber an der Kontaktzone von Pigment zu Bindemittel
feinste Risse, die zu einer Veränderung der Lichtbrechung führen.
Häufig sind sie nicht zu korrigieren, da sie entweder zu tief im
Schichtaufbau liegen oder eine Beseitigung nur mit Veränderungen im
Bildgefüge möglich wären.
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Schichtentrennung
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a. Grundierung/Malschicht
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b. Malschicht/Malschicht
Schichtentrennung bedeutet, dass
die Haftung zwischen einzelnen Schichten so stark nachlässt, dass sie
sich voneinander ablösen. Gründe hiefür sind unterschiedliche Bewegung
der Schichten bei Veränderung der Luftfeuchtigkeit oder der Temperatur,
schlechter Haftgrund, Alterung/Versprödung der einzelnen Schichten,
mechanische Einflüsse von außen.
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Gilben
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Auch natürliche Harze oxidieren
und bilden dabei gelbliche Oxidationsprodukte. Dadurch verändern sich die
Farbwerte der Malerei, wobei die vom Künstler beabsichtigte optische
Wechselwirkung der Farbflächen zueinander empfindlich gestört werden
kann. Vorteil ist aber, dass solche gelben Schichten das schädliche
UV-Licht filtern, sodass dadurch die Farbschichten geschützt werden.
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Blauen
Vereinzelt bildet sich auf dem
Firnis ein bläulicher Belag. Die Entstehung ist noch nicht restlos
geklärt.
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Verspröden
Die Elastizität der
Firnisschicht nimmt mit der Zeit ab, wobei die jeweiligen Firnisarten
unterschiedlich schnell verspröden. Ebenso kommt es auf die
Umwelteinflüsse an, denen die Firnisse ausgesetzt sind.
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Krepierungen
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Der Firnis verliert seine
Homogenität, es entstehen viele kleine Mikrorisse, die eine andere
Lichtbrechung hervorrufen.
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Kraklees
Neben dem Mitbrechen der
Firnisschicht im Rahmen des Alterskraklees gibt es Sprünge, die nur die
Firnisschicht betreffen. So ist es etwa möglich, dass der Firnis weniger
elastisch ist, als die Malschicht, auf der er liegt und daher ihre
Bewegungen nicht mehr mitmachen kann. Oder aber es entstehen in ihm selbst
so starke Versprödungen, dass es der Bewegung der Malerei gar nicht
bedarf. Diese Sprünge verändern ebenso die Bildwirkung, da sie
zusätzliche Lichtreflexionen an den Rißkanten bilden.
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Trennung von Malschicht
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Auch die Firnisschicht kann
sich von ihrem Untergrund lösen und abspringen.
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